Mythen und Legenden des Tempels

Nachbearbeitung der Inquisition gegen die Templer:

Baphomet

Baphomet

Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein

Anklagevorwurf: „Ein Kopf mit drei Gesichtern“

Ein heimlicher Helfer der Templer?

In der Anklageschrift wird ein seltsamer Kopf beschrieben. Die Templer würden ein Götzenbild anbeten, das sie während geheimer nächtlicher Zeremonien verehrten und dem sie alle ihre Reichtümer verdankten. Es soll sich um eine Reliquie handeln der Geheimlehre des Ordens. Diese geheimen Helfer der Templer sollten in allen Komtureien als wertvollster Besitz vorhanden gewesen sein. Den Ordensrittern wurde vorgeworfen, dass sie diese Köpfe anbeten, dass sie glaubten, der Kopf würde sie vor Enttarnung schützen, dass aller Reichtum den sie besaßen auf den Kopf zurückzuführen sei, dass er die Bäume zum Blühen und die Pflanzen zum sprießen bringe und dessen Anwesenheit in jeder Komturei Pflicht war. Nach solchen Köpfen wurde nach der Verhaftungswelle 1307 sofort in allen Templerhäusern auf das Intensivste gesucht. Erfolglos! Lediglich im Haus des Tempels zu Paris fand man einen Kopf aus Holz, eine Art Reliquienkästchen in dem sich zwei kleinere menschliche Schädelknochen befanden. Der Kopf trug die Beschriftung: Caput LVIII („Kopf 58“). Welche Sensation, war doch der Reliquienhandel ein einträchtiges Geschäft mit den einfältigen Christenpriestern.

Es war fast unmöglich in dieser Zeit die Nachfrage zu befriedigen. Selbst der 718te Nagel des Kreuzes wurde nach den Unterlagen der Draperie Toulouse noch für 500 Livres an ein Kloster nach Deutschland verkauft (ein Vermögen zu der Zeit).Weil aber der Fund dieser Reliquie, statt das Rätsel zu lösen, nur neue aufgab, nannte man diesen Kopf einfach „maufé“. Damals bedeutete dies im Französischen lediglich „Böser Dämon“ oder übertragen „Teufel“. Aber auch damit blieb offen, was es eigentlich damit auf sich hatte.Um der Folter zu entgehen, sagten viele der Templer in den Verhören irgendwelche Hirngespinste aus. Einige gaben an, es handele sich um einen bärtigen Kopf, andere, es sei ein Glatzkopf gewesen. Manche sprachen von einer Skulptur oder Schnitzerei, andere erzählten, der Götze sei von rötlicher Farbe, einem Menschenkopf ähnlich, oder aber er habe ein schwarzes Antlitz mit funkelnden Augen. Oft ist die Rede von einem doppelten oder dreifachen Gesicht. Einem Januskopf ähnlich.Einige Chronisten wollten es besser wissen und schrieben: “Es hat vier Füße; zwei neben dem Gesicht und zwei nach hinten.“ Konnte es so was überhaupt gegeben haben, oder doch nur kranke Fantasie? Irrtum! Für solche Gebilde gab es Vorlagen. Sie hießen Gryllen und waren schon seit der Antike bekannt. Man fand sie selbst noch im Mittelalter überall abgebildet. Aber das war kein Templerwerk, das war zauberisches Beiwerk der Christenheit. Später hieß man sie dann nicht mehr Gryllen sondern Baphomet, Maphomet, Bafom oder ähnlich.Die Ähnlichkeit des neu erfunden Wortes mit Mohammad lag nahe und man schaffte schnell einen Bezug um den Vorwurf zu schaffen die Templer seien zum Islam übergelaufen. Aber dies kann mit einer einzigen Feststellung widerlegt werden. Solche Figuren können niemals aus dem islamischen Kulturkreis stammen, da der Islam jegliche figürliche Darstellung verbietet.

Bleibt die Frage nach dem Sinn. Warum sollte das „Idol“ verehrt worden sein. Klare Antwort: Es gab keine und es gibt keine Erklärung. Aber man konnte was daraus machen. So wurden schnell alle möglichen Abscheulichkeiten erfunden wie z.B. diese Geschichte: „Starb ein Ordensbruder im vollen Glauben an dies Symbol, so brannte man seinen Leib zu Asche und ließ Novizen, die neu aufgenommen werden wollten diese „genießen“. Sodann wurde ein von einem Templer und einer Jungfrau gezeugtes Kind am Feuer geröstet und mit dem abtröpfelnden Fett das Idol gesalbt. Das sind ja solche Riten, wie sie die Priesterschaft des JHWH in Jerusalem pflegte, warum sollte man das nicht nutzen und jetzt den Templern anhängen.Der tatsächliche Ursprung der Erwähnung eines Kopfes ist wohl mehr in einer zufälligen Beobachtung eines Bediensteten der Templer zu suchen. Als man die alexandrinischen Schätze aus dem Tempel der Isis in Akkon barg, waren dort auch mehrere so genannte apotropäische Zauberstäbe des „Apedamak“ und der „Sachmet“ gefunden worden. Ritualgegenstände des örtlichen Isiskultes, die eigentlich nur symbolischen Wert verkörperten.Diese muss wohl ein uneingeweihter Bediensteter mal erblickt haben und dadurch diesen hanebüchenen Schwachsinn durch seine Erwähnung ausgelöst haben. Denn diese Gegenstände waren nie nach Frankreich gelangt und nur einem kleinen Kreis der obersten Ebene bekannt. Denn in Templerkreisen galt schon immer: „Wenn du etwas wissen willst frag, man wird dir antworten, soweit es deinem Fortkommen dienlich ist.“Aber der Baphomet wurde ein sehr langlebiges Fantasieprodukt. Nicht nur hat er Dutzende von Autoren und religiösen Fantasten zu „geistiger Inspiration“ verholfen, auch heute noch glauben Baphomet-Sucher in ihm ein „göttliches Wesen“ zu entdecken.

Der Ankläger vor dem Gericht Gottes

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Es gibt aber ein Richten, dass uns nicht zusteht. Jenes, das sich zuerst in uns abspielt, in den Gedanken, und das auch leider manchmal über unsere Lippen kommt: Wenn wir ein Urteil über jemanden fällen (verurteilen), wenn wir aussprechen, wie jemand bestraft werden müsste, also was er nach unserem Geschmack verdient hätte (»Lass Feuer regnen!«) Oder wir sehen jemanden, der nach vielen Untaten selbst ein Unglück erleidet, und wir sagen dazu: »Das hat er verdient.« Das letztere spielt in die Schadenfreude (Spr 24, 17-18) hinein. Das setzt voraus, dass wir uns sicher sind, ein tragisches Ereignis im Leben eines anderen Menschen als quasi direkte Folge seiner Untaten (als Gottesgericht) identifizieren zu können. Vielleicht ist das manchmal auch so. Aber die Freude gehört da nicht hin. Denn Gott hat keinen Gefallen am Tod der Gottlosen, wieviel weniger wohl am Leid seiner Kinder? Joh 7, 24: »Richtet nicht nach dem Äußeren, sondern richtet gerechtes Gericht!«

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